China Reise 2010 - die Probleme auf den Teeplantagen: Teil 2
Donnerstag, 5. August 2010 von Andreas | Kategorie: Pure Tea News | Kommentare (0)
Für alle die den ersten Teil nicht gelesen haben, hier entlang bitte.
Unsere Handelspartner K & K konnten in den letzten zwei Jahrzehnten nicht nur praktische Erfahrungen im Import von Bio-Tee machen, sondern auch viele Eindrücke über die Situation auf den Teeplantagen vor Ort sammeln. Dabei mussten sie feststellen, dass auf den dortigen Teeplantagen Strukturen vorherrschen, die eine tatsächliche nachhaltige Entwicklung verhindern, was damit zu den von mir in meinem letzten Beitrag geschilderten Missständen führt.
Denn biologischer Tee-Anbau bedeutet nicht automatisch auch Nachhaltigkeit.
Unser staatliches Bio-Siegel garantiert zwar kontrolliert ökologische Erzeugnisse nach den Regelungen der EG-Öko-Verordnung, doch sagt dieses nichts über vorherrschende soziale Standards oder ökonomische Bedingungen auf den Bio-Teeplantagen aus. Gemeinsam mit K & K stellten wir uns daher die Frage, wie es gelingen kann, faire ökologische, soziale und ökonomische Dimensionen so zu vereinen, das daraus für
die Umwelt und den Teebauern vor Ort und damit nicht zuletzt auch für uns Endverbraucher ein echter Mehrwehrt entsteht.
![]()
Wichtig war uns dabei, faire ökologische, soziale und ökonomische Entwicklungsperspektiven im Sinne eines ganzheitlichen Nachhaltigkeitskonzepts tatsächlich zu entwickeln und nicht nur aus Gründen der Werbung für
das eigene Unternehmen Nachhaltigkeit als beliebigen Begriff zu verwenden. Schnell wurde dabei klar, dass die tatsächliche Umsetzung nur gelingen kann, wenn K & K als Unternehmen stärker als es gesetzlich gefordert ist in Umweltschutz und hohe Sozialstandards auf den Teeplantagen investiert. Um Teil der Lösung der geschilderten Probleme sein zu können, braucht es ein dauerhaftes Engagement verantwortlicher Importeure und Handelsunternehmer.
Damit war die Idee für eine neue Initiative geboren. Auf der Grundlage des Gedankens, dass ein solches Konzept nur durch die Handelspartner selbst gelebt werden kann, will K & K als Importeur mit seiner Problemlösungskompetenz sowie seiner Werte- und Marktorientierung maßgeblich zu einer Veränderung der herrschenden Missstände beitragen.
Mit folgenden Maßnahmen und Standards soll dieses gelingen.
• Produktions-Planung und Garantien für Abnahme-Mengen, mit dem Ziel, faire und kostendeckende Export-Preise zu erreichen, die schrittweise Investitionen in die Entwicklung des nachhaltigen ökologischen Landbaues zulassen und eine Verbesserung der sozialen Verhältnisse erlauben.
• Zusätzliche Motivation durch ein vernünftiges Prämiensystem, welches den einzelnen Tee- Bauer oder die jeweilige Arbeitsgemeinschaft zu mehr Leistung im ökologischen Anbau anspornen soll. Das Prämiensystem wird auch als Steuerungselement für eine nachhaltige Entwicklung im ökologischen Landbau eingesetzt und direkt vom Importeur an die Haushalte der Bauern ausgezahlt.
• Kostenloses ökologisches Beratungs-Programm für die Tee-Bauern und das Management in Tee-Farmen - in der Landessprache - vor Ort ! - durch qualifizierte Berater, in Organic- Food- Chain-Management.
• Abschaffung der Parallel-Produktion d.h. Verzicht auf konventionelle Anbauflächen, um Kontamination mit chemischen Pflanzenschutzmitteln auszuschließen und Verzicht auf Parallel-Produktion in der Verarbeitungsfabrik, um Vermischungen von Biotee mit konventionell hergestelltem Tee auszuschließen.
• Anpflanzung von Schattenbäumen zur Bodenverbesserung und Eindämmung von Erosion, zur Ertrags- und Qualitätssteigerung. Dieser Prozess kann nur Schritt für Schritt innerhalb eines langjährigen Entwicklungsprozess realisiert werden.
• Aufbau eines Nährstoffkreislaufs zur Versorgung der Nutzpflanzen mit ausreichend natürlicher Nahrung. Zur Herstellung von qualitativ hochwertigem Kompost als natürliche Pflanzennahrung, ist eine interne oder externe Haltung von Nutztieren und ausreichende Mengen an organischem Material erforderlich. Je nach örtlichen Bedingungen muss hier entschieden werden, wie die Nährstoffversorgung, bzw. die Kompostherstellung organisiert werden muss. Dieser Prozess muss ebenfalls Schritt für Schritt über mehrere Jahre beraten und entwickelt werden. Auch hierbei muss die EU Öko Verordnung eingehalten werden, insbesondere bezüglich der Tierhaltung.
• Zum ggf. gezielten Aufbau eines solchen Nährstoffkreislaufs, innerhalb der Teefarm, muss ggf. Material für die Kompostierung angebaut werden. Entsprechende Flächen hierfür müssen verfügbar sein und/oder erschlossen werden. Der Aufbau von Biogasanlagen und die Nutzung der organischen Abfälle muss initiiert werden. Tiere (insbesondere Rinder) müssen gekauft und gezüchtet werden. Für deren Unterbringung und Ernährung müssen Infrastrukturen geschaffen werden.
![]()
Wir denken, daß wir gemeinsam mit K&K auf dem richtigen Weg sind und sich nur so den Teebauern eine langfristige Perspektive bietet.
Als nächstes stellen wir Euch die Plantage Quingshan vor.
Viele Grüsse
Andreas
Was unsere Tea Taster so alles auf die Beine stellen...
Dienstag, 13. Juli 2010 von Andreas | Kategorie: Pure Tea News | Kommentare (2)
und in diesem Fall auf den Tisch!
Herzlichen Dank lieber Phil für dieses wundervolle Video - wir sind schlichtweg begeistert!!!
Da steckt viel Arbeit und Mühe drin - ich weiß wovon ich rede. Normale Videos sind ja schon nicht ganz ohne aber so ein Stop Motion Film ist da nochmal etwas ganz anderes.
Nochmal vielen Dank für diesen tollen Film!!!
Japan Tee vs. China Tee
Dienstag, 13. Juli 2010 von Andreas | Kategorie: Pure Tea News | Kommentare (2)
Unser Tea Taster kann man nicht täuschen.
Bei der letzten Verkostung hatten wir unsere Tea Taster vor eine nicht ganz einfache Aufgabe gestellt.
Es galt 2 original Japan Tees (Gyokuro und Sencha) gegen 2 in China produzierten "Japan Tees" zu verkosten.
Eine nicht ganz einfache Aufgabe zumal nicht jeder unserer Tea Taster ein ausgesprochener Japan Tee Kenner ist.
Gelungen ist es trotzdem!
Während bei dem Sencha Tee der Unterschied für viele nicht so eindeutige erschien, war das bei dem Gyokuro doch schon merklich einfacher.
Hintergrund unser Idee war, ob man als "normaler" Teetrinker einen Unterschied herausschmecken kann.
Teeplantagen in China versuchen zunehmend auch Japan Tees zu produzieren und das natürlich wesentlich günstiger als der original Tee aus Japan. Bei den einfacheren Tees (z.B. Sencha, Genmaicha) ist das auch schon gelungen - der Unterschied ist für den Laien oder ungeübten Teetrinker kaum noch feststellbar.
Alles weitere hier in den Videos.
Und die nächste Verkostung geht auch schon gleich an den Start!
Sonnige Grüsse
Andreas
Kabusecha Yamato & Gyokuro Kimigayo
Freitag, 2. Juli 2010 von Andreas | Kategorie: Pure Tea News | Kommentare (4)
Häufig wurden wir von unseren Japan Tee-Fans angesprochen, ob wir auch noch
besser Japan Tees in Bioqualität anbieten können, als jene, die wir schon im Sortiment haben.
Bio Tee zu bekommen ist ja nicht so ganz einfach zu bekommen aber wir haben dennoch
was entdeckt. 2 neue hochwertige Japan Tees haben wir ins Sortiment aufgenommen:
Kabusecha Yamato & Gyokuro Kimigayo.
Ich war bisher nicht so der Japan Teetrinker aber als Ralf mir den Gyokuro Kimigayo zum verkosten anbot,
war ich schlichtweg begeistert - sowas hatte ich nicht erwartet!
Ich will jetzt hier keine Werbung für den Tee machen, überzeugt Euch doch einfach selbst.
Übrigens, wer sich wundert weshalb die aktuellen Filme so sehr viel besser aussehen - wir haben eine
neue HD Video Kamera. Ich hoffe nur das sieht man ![]()
Viele Güsse
Andreas
Auf der Plantage Quingshan entdeckt - Green Spring Tip Superior
Donnerstag, 1. Juli 2010 von Andreas | Kategorie: Pure Tea News | Kommentare (0)
Auf der Plantage Quingshan haben wir einen wunderbaren Tee gefunden.
Dieser Green Spring Tip Superior wird fast vollständig in Handarbeit hergestellt.
Normalerweise kaufen wir vor Ort keinen Tee - erst hier in Deutschland mit unserem Wasser
und unter unseren Bedingungen wird Tee verkostet und gekauft. Bei diesen Tee war es jedoch anders.
Nach der Verkostung war uns sofort klar: den müssen wir haben!
Getrunken haben wir den Green Spring immer im Glas - einfach den Tee ins Wasser geben.
Sie sinken sehr schnell ab und belieben dann am Grund. Hat man das Glas dann fast leer,
gibt man einfach neues Wasser oben drauf - das geht übrigens mehrmals und ist geschmacklich
immer wieder ein Erlebnis.
Wir haben noch einen weiteren Tee auf einer anderen Plantage gefunden - der kommt jedoch
erst im Herbst.
![]()
Den Tee gibt es ab sofort im Shop
Hier ein paar Bilder von der Plantage und natürlich noch ein kurzes Video mit Ralf:
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
Ich bin sehr gespannt wie Euch der Tee schmeckt
und freue mich auf Euer Feedback.
Andreas
China Reise 2010 - die Probleme auf den Teeplantagen
Mittwoch, 16. Juni 2010 von Andreas | Kategorie: Pure Tea News | Kommentare (5)
Unsere Reise nach China hatte in diesem Jahr einen besonderen Hintergrund.
Wir hatten uns diesmal dazu entschieden, diese Reise gemeinsam mir unserem Handelspartner K & K
zu unternehmen, da wir uns gezielt deren nachhaltige, sozialökologische Projekte auf den Plantagen vor Ort anschauen wollten.
K & K hat eine Initiative ins Leben gerufen, um den herrschenden Mißständen auf den Bio-Tee Plantagen entgegenzuwirken und um ein Bewußtsein
für die Probleme, die im Zusammenhang mit der Produktion von Bio-Tee stehen, zu schaffen.
Denn für die Teeplantagen und deren Teebauern wird es zunehmend schwieriger Bio-Tee anzubauen
und zu verkaufen.
Einerseits müssen die Teeplantagen wirtschaftlich arbeiten um überleben zu können, andererseits sollen
die Teebauern einer Bio-Teeplantage die hohen ökologischen Standards einhalten, was immer mehr zu einem Spannungsverhältnis führt.
Die Bauern haben Angst durch den Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel noch weniger Erträge zu erwirtschaften und somit noch weniger zu verdienen. Berater, die in der Lage wären, ihnen Praktiken zur Ertragssteigerung im ökologischen Landbau zu vermitteln, gibt es nicht, zumindest sind ihnen diese nicht bekannt und wenn sie da wären, wer würde sie bezahlen? Und die tätigen Öko-Kontrollstellen sehen die Beratung im ökologischen Anbau nicht als notwendige Basis für die Zertifizierung.
Den Bauern fehlt jegliches Umweltbewusstsein. Weil ihre eigene Existenz unsicher ist,
haben die existenziellen Dinge Vorrang.
In einem Land wie China, das sich in einer atemberaubenden Geschwindigkeit entwickelt, steigen die Lebenshaltungskosten ebenso schnell wie das Wirtschaftswachstum. Die selbständigen Kleinbauern sind vom möglichen Wachstum der Einkommen ausgeschlossen. Von den steigenden Lebenshaltungskosten sind sie am meisten betroffen. Sie erhalten beim Verkauf des Bio-Tees an die exportorientierten Teefabriken selten einen höheren Preis als für konventionell produzierten Tee. Der weitaus attraktivere einheimische Markt ist nicht an Bio-Tee interessiert, weil auch dort das Bewusstsein fehlt. Und an hochwertigen grünen Tees, für die chinesische Teefabriken immerhin im heimischen Markt extrem hohe Preise erzielen, sind die Importeure im europäischen Ausland nur wenig interessiert.
Die Teeplantagen, die für den Export produzieren, stehen unter finanziellem Druck. Sie müssen zu Preisen produzieren, die den Exporteuren erlauben, die geforderten Preise der Importeure, speziell aus Europa zu befriedigen.
Den Bauern geht es durch die extremen Teuerungsraten in China immer schlechter. Die Teefarmen werden fast vollständig von Alten und Frauen bewirtschaftet. Die Männer zwischen 18 und 35 Jahren sind nahezu alle in die weit entfernten Städte abgewandert, um dort den Lebensunterhalt für ihre Familien zu verdienen. Das ist mit Teeanbau in den alten Strukturen nicht mehr möglich.
Die klugen und gebildeten Köpfe sind schon lange in andere Branchen gewechselt, wo sie deutlich mehr als in der Teewirtschaft verdienen können. Diese guten und qualifizierten Leute fehlen heute in den Exportunternehmen und in den Teefabriken.
Eine Ausbildung der Bauern und Beschäftigten bezüglich praktischer, biologischer Landwirtschaft oder kontrolliertem Einsatz von biologischen Schädlingsbekämpfungsmittel hat nie stattgefunden.
![]()
Aus diesen genannten Gründen erscheint es uns als Teehändler und nicht zuletzt auch als Verbraucher fraglich,
weshalb ein Teebauer in China überhaupt noch Bio-Tee für den Europäischen Markt herstellen sollte,
wenn dadurch seine Existenz bedroht ist.
Um dieses generelle Problem lösen zu können, ist unserer Meinung nach ein Umdenken
auf allen Seiten notwendig.
Daher haben K & K und wir uns dazu entschlossen, diesem Mißstand gemeinsam entgegenzutreten.
Dazu mehr im nächsten Beitrag.
Ich bin gespannt auf Eure Meinung - bis dahin
Andreas
(Seite 1 von 24, insgesamt 144 Einträge) » nächste Seite
